Gewerbliche Mietverträge

Sie möchten Ihre gewerblichen Tätigkeiten ausbauen und zu diesem Zweck eine Immobilie mieten? Die folgenden Informationen können Ihnen dabei helfen, klarer zu sehen.

Das gewerbliche Mietverhältnis  betrifft die Anmietung einer Immobilie, die in der Hauptsache für die Ausübung einer Einzelhandels- oder Handwerkstätigkeit durch den Mieter oder Untermieter in direktem Kontakt mit den Kunden genutzt wird.

Das Gesetz über gewerbliche Mietverträge regelt diese Art von Mietverhältnissen und seine Anwendung ist zwingend vorgeschrieben.

Die Abfassung eines schriftlichen gewerblichen Mietvertrages wird empfohlen und der Vermieter muss ausdrücklich mit dem Gegenstand des Mietvertrages (d.h. mit der Geschäftstätigkeit) einverstanden sein.

Laufzeit des Mietvertrages

Wenn das Gesetz über gewerbliche Mietverträge Anwendung findet, liegt der Vorteil für den Mieter in der Beständigkeit seines Handelsgeschäfts:

  • Mietvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 9 Jahren;
  • Recht zur Verlängerung des Mietverhältnisses.

Vertrag und Eintragung

Um eventuelle Schwierigkeiten zu vermeiden, sollte der Mietvertrag schriftlich geschlossen werden. Binnen 4 Monaten nach seinem Abschluss müssen die Vertragsparteien dem zuständigen Einnehmer für die Eintragungsgebühr am Standort der Immobilie den von den Parteien unterzeichneten Vertrag (in drei Exemplaren) vorlegen.

Diese Formalität schützt den Mieter, indem sie dem Mietvertrag den Wert eines amtlichen Schriftstücks verleiht.

Bestimmte Verträge gelten nicht als gewerbliche Mietverträge; beispielsweise Verträge mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Anpassung des Mietpreises

Alle drei Jahre können der Mieter ebenso wie der Vermieter beim Amtsrichter eine Anpassung des Mietpreises beantragen. In diesem Fall müssen sie nachweisen, dass auf Grund von neuen Umständen der Mietwert der Immobilie um mehr als 15% nach oben oder unten von dem im Vertrag angegebenen Mietpreis abweicht.

Für eine Änderungsklage müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein und sie kann nur im Laufe der letzten drei Monate des laufenden Dreijahreszeitraums angestrengt werden.

Im Gegensatz zum privaten Mietvertrag darf der Mietzins eines gewerblichen Mietvertrages nur dann indexgebunden werden, wenn der Vertrag diese Möglichkeit vorsieht. Die Indexbindung muss dem Gesetz entsprechen, d.h. sie muss an den Gesundheitsindex erfolgen.

Kündigung

Der Mieter kann den Mietvertrag alle drei Jahre per Einschreiben oder Zustellungsurkunde eines Gerichtsvollziehers mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten beenden. Eine fristlose Kündigung ist auch im Einvernehmen zwischen den Mietparteien möglich, das sie in einer notariell beglaubigten Urkunde oder vor dem Amtsrichter bekunden.

Der Vermieterkann den Mietvertrag unter bestimmten Bedingungen ebenfalls alle drei Jahre mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr beenden.

Weitere Informationen finden Sie unterHandbuch für Unternehmen auf der Internetseite des Föderalen öffentlichen Dienstes WirtschaftExterner Link (französisch-niederländisch)