Gehilfen

Neben den Selbständigen gibt es eine Gruppe von Personen, die, in den meisten Fällen dem Sozialstatut der Selbständigen unterworfen sind. Es handelt sich dabei um Gehilfen.

Bei dem Gehilfen handelt es sich um eine Person, die den Selbständigen bei der Ausübung seiner Tätigkeit unterstützt oder ihn darin vertritt, ohne allerdings über einen Arbeitsvertrag mit diesem zu verfügen. Oftmals, aber nicht zwingend, handelt es sich dabei um ein Familienmitglied des Selbständigen.

Der Gehilfe kann nur für eine natürliche Person tätig werden und nicht für ein Unternehmen. Es ist allerdings möglich, als Gehilfe für Unternehmensvertreter zu arbeiten.

Gelegentliche Gehilfen

Gelegentliche Gehilfensind nicht dem Sozialstatut der Selbständigen unterworfen.

Für die Tätigkeit als gelegentlicher Gehilfe muss eine der nachfolgenden Bedingungen erfüllt werden:

  • Ausübung der gelegentlich und zeitlich begrenzten Tätigkeit an nicht mehr als 90 Tagen pro Jahr;
  • Ausübung einer Studententätigkeit bei Beziehung von Familienzulagen (weniger als 80 Stunden pro Monat);
  • Alter unter 20 Jahre im Jahr der Ausübung der Tätigkeit;
  • Alter unter 25 Jahre und weiterhin studierend;
  • mithelfender Ehepartner sein.

Selbständige Gehilfen werden aus steuerlicher Sicht ebenfalls als Selbständige betrachtet. Ihre Einkünfte müssen folglich als Gewinn deklariert und Vorauszahlungen geleistet werden. Die entsprechenden Formulare und zusammenfassenden Meldungen müssen beimDokumentationszentrum - LohnsteuerExterner Link(französisch-niederländisch)angefordert werden.

Gehilfen haben zudem bestimmte Auflagen zu erfüllen.

Mithelfende Ehepartner

Eine Person ist mithelfender Ehepartner eines Selbständigen, sofern sie:

  • Partner des Selbständigen ist (durch einen Ehevertrag oder einen Vertrag bezüglich gesetzlichen Zusammenwohnens);
  • effektive Unterstützung leistet;
  • weder über Einkünfte aus einer anderen beruflichen Tätigkeit noch über ein Ersatzeinkommen verfügt, welches zu Sozialleistungen berechtigt, die mindestens mit denen des Selbständigen gleichzusetzen sind.

Bisher erhielten die mithelfenden Ehepartner der Selbständigen keine eigenen Sozialversicherungsleistungen, da sie nicht persönlich der Sozialversicherung der Selbständigen unterworfen waren.

  • Seit dem 1. Juli 2005 werden alle mit einem Selbständigen Verheirateten oder gesetzlich zusammenlebenden Personen als mithelfende Ehepartner betrachtet und sind damit persönlich dem vollständigen Sozialstatut der selbständigen Person unterworfen, sofern sie nicht eidesstattlich erklären, ihren Ehepartner nicht bzw. nicht mehr effektiv zu unterstützen;
  • Der Beitritt ist für Personen, die vor 1956 geboren wurden, nicht verpflichtend.

Beitritt zu einer Sozialversicherungskasse

Die mithelfenden Ehepartner müssen der Sozialversicherungskasse der Ehepartner innerhalb von 90 Tagen nach Beginn ihrer Tätigkeit beitreten. Eine Beitrittserklärung muss ausgefüllt und bei der Kasse eingereicht werden.

Sozialversicherungsbeiträge

Mithelfende Ehepartner, die dem vollständigen Sozialstatut der Selbständigen unterworfen sind, werden bei der Beitragsbemessung wie ein hauptberuflicher Selbständiger behandelt. Die Beiträge richten sich nach ihren eigenen Einkünften und berechtigen zur Nutzung der medizinischen Versorgung sowie zum Erhalt von Familienzulagen, Rentenzahlungen und Mutterschaftsgeld.

Mithelfende Ehepartner, die ausschließlich verpflichtet sind, eine Arbeitsunfähigkeits- und Mutterschaftsversicherung (Mini-Statut) abzuschließen, zahlen vierteljährlich einen relativ geringen Beitrag, der sich nach den Einkünften des Selbständigen, den sie unterstützen,  richtet.

Personen, die vor dem 1. Januar 1956 geboren wurden, sind dem «Mini Statut» unterworfen (Arbeitsunfähigkeits- und Mutterschaftsversicherung). Falls sie es wünschen, können sie sich dem vollständigen Sozialstatut der Selbständigen anschließen.

Eine Liste der SozialversicherungskassenExterner Linkund  ein Modul zur Berechnung der Beiträge und EntschädigungenExterner Link (französisch-niederländisch)finden Sie auf der Webseite des Landesinstituts der Sozialversicherungen für Selbständige (LISVS).