Gründungsurkunde

Die Gründungsurkunde bildet die Textgrundlage bei der Gründung einer neuen Gesellschaft. Es handelt sich um einen Rechtsakt, aus dem sich neue Recht ergeben können. Je nach Form der Gesellschaft, muss diese Urkunde evtl. erstellt werden:

  • in Form einer öffentlichen Urkunde (notariell beurkundet)
  • in Form einer privatschriftlichen Urkunde

Öffentliche oder notariell beurkundete Urkunde

Wenn Sie sich für eine der häufigsten juristischen Gesellschaftsformen entscheiden (SPRL, SA, SCRL), muss die Gründungsurkunde von einem Notar verfasst und notariell beurkundet werden. Dadurch ist die Urkunde rechtlich bindend und erhält Rechtssicherheit. Die Unterzeichner der Urkunde können sich diese Rechtssicherheit in Bezug auf ich selbst und gegenüber nicht von dieser Urkunde abgedeckten Dritten zu Nutze machen.

Privatschriftliche Urkunde

Die „privatschriftliche Urkunde“ ist eine schriftliche Bestimmung, die von den Parteien oder einem Dritten eingerichtet wird. Sie wird von den Parteien oder von einer Person unterzeichnet, die von den Parteien zur Regelung einer Vertragssituation (Kauf, Vermietung, Gesellschaft, Arbeitsvertrag...) dazu beauftragt wurde.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Formalitäten zur Gründung einer GesellschaftExterner Link (französisch-niederländisch)

Einzureichende Dokumente zur Ausstellung einer Gründungsurkunde

Für die Ausstellung einer Gründungsurkunde müssen die folgenden Dokumente eingereicht werden:

  • ein Finanzplan.
  • im Falle von Bargeldeinlagen: der Nachweis der Eröffnung eines Kontos im Namen der sich in der Gründung befindlichen Gesellschaft. 
  • im Falle von Sacheinlagen: Bericht eines Unternehmensrevisors

Einreichen der Gründungsurkunde bei der Geschäftsstelle des Handelsgerichts

Gesellschaften, die über den Status einer juristischen Person verfügen, müssen einen Auszug der Gründungsurkunde bei der Geschäftsstelle des Handelsgerichts in dem Bezirk, in dem ihre Gesellschaft angesiedelt ist, und innerhalb von 2 Wochen nach Gründung der Gesellschaft einreichen.

Seit Juni 2006 können die Notare die Gründungsurkunde  elektronisch und zeitgleich beim BCE (zentrales belgisches Unternehmensregister (Banque-Carrefour des Entreprises)), bei der Geschäftsstelle des Handelsgerichts und beim Belgischen Amtsblatt „Moniteur Belge“ einreichen. Ein Unternehmen kann so innerhalb von vier Tagen gegründet werden.

In der Gründungsurkunde anzugebende Daten

Die Gründungsurkunde umfasst die folgenden Daten:

  • Benennung der Gesellschaft mit eventuellen Abkürzungen oder Kürzeln
  • juristische Form der Gesellschaft 
  • Adresse des Geschäftssitzes 
  • Datum der Gründungsurkunde der Gesellschaft 
  • Identitäten der zur Verwaltung, Verpfändung oder Liquidation der Gesellschaft berechtigten Personen 
  • Datum der Auflösung, falls die Gesellschaft nur für eine bestimmte Dauer gegründet wird 
  • Datum der Jahreshauptversammlung 
  • Anfang und Ende des Geschäftsjahres 
  • Betrag des Gesellschaftskapitals 
  • Identität des Verwalters, des Direktors oder des mit der täglichen Verwaltung beauftragten Managers

Folgen der Einreichung bei der Geschäftsstelle des Handelsgerichts

Die Einreichung der Gründungsurkunde beim Handelsgericht hat eine Reihe von Folgen:

  • Erhalt des Status als juristische Person
  • Zuteilung einer Unternehmensnummer durch das zentrale belgische Unternehmensregister (Banque-Carrefour des Entreprises)
  • Wirkung der Gründungsurkunde auf Dritte